Wie entscheidet man sich zwischen V- und J-Fase?

Kommen wir nun zurück zur Frage der Fase, durch die die Wandstärke des Rohrs verringert wird, um das Schweißen zu ermöglichen. Generell lässt sich ein Rohr mit einer Wandstärke von mehr als 3 mm beim WIG-Schweißen nicht mit nur einer Schweißlage schweißen.

Das WIG-Schweißen ist ein Wolfram-Inertgas-Verfahren: „Wolfram“ steht für die Elektrode und „Inertgas“ für das zur Schutzgasabschirmung verwendete Plasmagas.

Um dickere Rohre zu verschweißen,mussan einer Kante des zu verschweißenden Rohrs eineFase angebracht werden, die an ein anderes Rohr, ein Bogenstück, eine Reduziermuffe oder ein T- bzw. Y-Stück anschließt, die ebenfalls mit einer Fase versehen sein müssen.

Die Anfasvorrichtungen sind häufig vom „manuellen“ Typ.

J- oder Tulpen-Schrägschnitt

Die andere technische Methode der Fasenbearbeitung wird als „Fase für das Orbitalschweißen“ bezeichnet und unterscheidet sich von der J- oder Tulpenfase.

  • Die Form der beimOrbitalschweißenverwendeten Fase unterscheidet sich dadurch, dass sie am Rand der J- oder Tulpenfase eine flache Fläche mit einer Dicke von 1,8 bis 2 mm aufweist. Diese Fläche erleichtert das Glätten und Richten.
  • Das Glätten und Begradigen dientdazu, eine ebene Bezugsebene zu schaffen, die die Bearbeitung der übrigen Flächen ermöglicht. Auf diese Weise wird an der Innenseite eines Rohrs eine geringere Wandstärke erzielt. Beispiel: Eine Wandstärke von 8 mm vor dem Anfasen, wobei für die Stegbreite nur noch 2 mm verbleiben.
  • Die beiden Stege der Werkstücke mit einer Stegdicke von 2 mm kommen miteinander in Kontakt. Es ist lediglich eine einfache Verschmelzung der Stege erforderlich, und anschließend kann die Fase mithilfe der Orbitalschweißtechnik mit Schweißdraht aufgefüllt werden.

V-Fase

Wenn Sie sich hingegen für eine „V“-Fase entscheiden, hobeln Sie die beiden zu verschweißenden Teile in diese Form. In dieser V-förmigen, ausgehobelten Nut strebt der Schweißer eineSchweißdurchdringung an. Dazu erzeugt er ein Schweißbad im inneren Teil dieses „V“, um das abgetragene Material wieder aufzufüllen.

Wie kann ich mich zwischen einer „V“- und einer „J“-Fase entscheiden?

Die „V“-Fase wird beim manuellen Schweißen verwendet. Beim Orbitalschweißen hingegen kommt häufiger die „J“-Fase zum Einsatz.

Um eine „V“- oder „J“-Fase anzubringen, stehen verschiedene Werkzeugspitzen in „V“- oder „J“-Form zur Verfügung.

Die Herstellung einer „J“-Fase für das manuelle Schweißen ist nicht von Interesse, da der Winkel für ein manuelles Verfahren zu groß ist. Die Wahl der Fase hängt im Wesentlichen vom Schweißverfahren ab.

Vorteile einer Orbital-Anfasmaschine

EineOrbital-Anfasmaschine bietet bestimmte Vorteile:

  1. Die Fase lässt sich sehr schnell anbringen, mit nur einem Durchgang um das Rohr herum – eine saubere Fase ohne Grate.
  2. Das Hartmetallwerkzeug verändert die Eigenschaften des Materials nicht.
  3. Die Ausschussquote ist dank der Präzision des Werkzeugs, das eine hochwertige Präparation der Zahnspitzen ermöglicht, sehr gering.
  4. Die Abschrägungswinkel in „V“-Form können in drei verschiedenen Winkeln ausgeführt werden: 30, 37,5 und 45°.

Mit der Orbital-Abtragstechnik können Sie zwischen zwei bewährten Abtragstechniken wählen.

Das Orbital-Anfasen ist Teil des gesamten Prozesses: vom Orbital-Schneiden bis zum abschließenden Schweißen. Interessiert? Hier können Sieunser Handbuch zum Orbital-WIG-Schweißenkostenlos herunterladen!

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