Qualifizierung eines pWPS

Je nach Branche und Anwendungsbereich muss eine Schweißnaht eine bestimmte Qualität aufweisen. Diese Qualität wird in der Regel durch verschiedene Normen und Vorschriften festgelegt.

Es liegt auf der Hand, dass der Bau einer Stahlbrücke nicht denselben Standards unterliegt wie die Fertigung eines Kühlsystems für Kernkraftwerke. Aber was ist, wenn man nicht über die entsprechenden WPS verfügt? Alles beginnt mit einem pWPS.

Was ist ein pWPS?

Die Abkürzung pWPS steht für„PreliminaryWeldingProcedureSpecification“(vorläufige Schweißverfahrensanweisung).

Dies ist der erste Schritt zu einer fachgerechten Schweißnaht. Hersteller von Schweißgeräten integrieren in der Regel eine bestimmte Anzahl von WPS in ihre Stromversorgungen , die als Grundlage für die Arbeit dienen sollen. Der Schweißer oder Maschinenbediener wählt die voreingestellten Parameter entsprechend der Materialart, dem Durchmesser, der Art der Schweißzusätze usw. aus. An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass die vorkonfigurierten Programme auf den Stromversorgungen bereits qualifizierte Schweißverfahrensanweisungen (WPS) sind. Doch selbst kleinste Änderungen an diesen Programmen müssenneu qualifiziert werden.

Sobald der Schweißer oder der Bediener der Schweißmaschine das gewünschte vorkonfigurierte Programm ausgewählt hat – je nach seiner Ausbildung und seinem Qualifikationsniveau –, passt er nun die verschiedenen Parameter an, um die gewünschte Schweißqualität zu erzielen.

Grundsätzlich hängt es von den Anforderungen des Kunden ab. Dennoch gibt es verschiedene Ansätze für die Qualifizierung einer WPS:

  • Qualifizierung auf der Grundlage geprüfter Schweißzusätze (DIN EN ISO 15610)
  • Qualifikation auf der Grundlage früherer Schweißerfahrungen (DIN EN ISO 15611)
  • Qualifizierung durch Übernahme einer Standard-Schweißverfahrensanweisung(DIN EN ISO 15612)
  • Qualifizierung auf der Grundlage einer Schweißprüfung vor der Serienfertigung (DIN EN ISO 15613)
  • Qualifizierung auf der Grundlage einer Schweißverfahrensprüfung (DIN EN ISO 15614)

Der erste Schritt auf dem Weg zu einem qualifizierten WPS!

Die vorläufige Schweißverfahrensanweisung (pWPS) wird umgesetzt und geprüft.

Ein pWPS enthält dieselben Informationen wie ein WPS. Während der Testphase werden die verschiedenen Parameter wie Stromstärke, Spannung oder Drehzahl nacheinander angepasst. Jede Anpassung wird sorgfältig dokumentiert. Die während des Schweißversuchs angewendeten Parameter sowie die entsprechenden Ergebnisse werden im „Welding Procedure Qualification Record“ (WPQR) festgehalten.

Auf der Grundlage dieses „WPQR“ lässt sich das endgültige Schweißverfahren ausarbeiten. Dieses Verfahren bildet die „WPS“.

Die vorläufige Schweißverfahrensspezifikation (pWPS) dient daher als Grundlage für das Schweißverfahrensqualifikationsprotokoll (WPQR), das anschließend von einer externen Stelle als Schweißverfahrensspezifikation (WPS) qualifiziert wird.

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