Wie wählt man das richtige Rohrschweißverfahren aus?

Wenn es darum geht, ein Schweißverfahren auszuwählen, stellt sich die Frage, ob Qualität oder Effizienz Vorrang haben sollte.

Entscheidend sind jedoch immer die Anforderungen des Endkunden. In welchem Bereich ist er tätig? Welches Schweißergebnis erwartet er?

Es ist leicht nachvollziehbar, welchen Unterschied es macht, ob man ein dickwandiges Rohr mit großem Durchmesser schweißt, das mit einer Fase versehen ist, die ausgefüllt werden muss – beispielsweise für eine Rohrleitung –, oder ob man ein 3 mm dünnes Rohr schweißt, das den Qualitätsanforderungen einer Reinraumumgebung genügen muss.

Daher ist es in der Regel die Anwendung des Kunden, die ausschlaggebend für die Wahl des Rohrschweißverfahrens ist. Welche weiteren Kriterien sollten bei der Wahl eines Rohrschweißverfahrens berücksichtigt werden?

Wie wählt man das am besten geeignete Schweißverfahren aus? Unsere Experten geben Ihnen wertvolle Tipps!

 

Kriterium 1: Die Anfangsinvestition für das Schweißverfahren

Der Preis für Schweißgeräte hängt vom Schweißverfahren und vom Anschaffungspreis ab. Hier ein Beispiel: Wenn Sie lediglich mit einer Elektrode schweißen möchten, finden Sie in einem Baumarkt bereits ab 200 Euro ein qualitativ hochwertiges Schweißgerät, während ein Schweißgerät mit hoher Energiedichte leicht mehrere Millionen Euro kosten kann.

Bei einer Investition dieser Größenordnung ist es wichtig sicherzustellen, dass sich die Anschaffungskosten der Ausrüstung im Laufe der Zeit amortisieren.

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Kriterium 2: Die Qualität der Schweißnähte

Generell lässt sich sagen, dass die Qualität mit der Höhe der Investitionen steigt. Der Automatisierungsgrad spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Schweißstromquelle mit einem geeigneten Schweißverfahren (WPS) liefert immer die beste Schweißqualität, vorausgesetzt, das Rohr wurde zuvor gut vorbereitet.

Eine manuelle Schweißnaht hängt hingegen stets von der Erfahrung, dem Fachwissen sowie der körperlichen und geistigen Verfassung des Schweißers ab. Der Qualitätsgrad der fertigen Schweißnaht ist ein wesentliches Kriterium für die Wahl eines Rohrschweißverfahrens.

Kriterium 3: Automatisierung und verbesserte Arbeitsbedingungen

Die Automatisierung von Schweißanlagen hat die Arbeitsbedingungen von Schweißern erheblich verändert. Ungünstige Körperhaltungen, mühsames, sich wiederholendes Schweißen, Schweißen in gefährlichen Umgebungen oder beengten Räumen … all dies lässt sich durch automatisierte Schweißverfahren vermeiden.

Das WIG-Schweißverfahren wird von Schweißern besonders geschätzt, da es keine Schweißspritzer und praktisch keinen Schweißrauch gibt.

Kriterium 4: Die für das gewählte Schweißverfahren erforderlichen Kenntnisse und technischen Fähigkeiten

Die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten hängen wiederum vom Schweißverfahren ab.

Halbautomatische, automatische und robotergestützte Verfahren erfordern die geringsten technischen Fähigkeiten, setzen jedoch theoretische Kenntnisse im Schweißen voraus, während manuelles Schweißen eine geschickte Handhabung erfordert, die umfangreiche Erfahrung voraussetzt.

Kriterium 5: Standards und Anforderungen der Zielmärkte

Je nach den einzuhaltenden Normen und den Anforderungen der Zielmärkte kann es erforderlich sein, ein bestimmtes Rohrschweißverfahren einem anderen vorzuziehen.

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