Ob manuelles Schweißen, automatisiertes Schweißen oder Orbitalschweißen mit offenem Schweißkopf – das WIG-Schweißen birgt für den Schweißer gewisse Risiken, denen mit Vorsicht begegnet werden muss, insbesondere solchen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennbar sind.
Die Notwendigkeit, die Augen beim WIG-Schweißen zu schützen
Jeder Schweißer, der schon einmal mit demmanuellen WIG-Verfahrengeschweißt hat, kennt das Phänomen des „Lichtbogenüberschlags“. Wenn sich der Lichtbogen aufbaut, erzeugt er intensive ultraviolette (UV) und infrarote (IR) Strahlung. Diese entsteht durch den Lichtbogen selbst und die Temperaturänderung des Grundmetalls – Stahl lässt den Lichtbogen rot glühen. Diese beiden Arten von Strahlung sind für das menschliche Auge nicht sichtbar, was jedoch ihre Wirkung auf die menschliche Netzhaut keineswegs mindert.
Zusätzlich zu diesen Strahlungsarten gibt es noch das vom Lichtbogen und dem Schmelzbad ausgestrahlte sichtbare Licht. Ist der Schweißer nicht ausreichend geschützt, kann diese Strahlung zu vorübergehenden oder dauerhaften Augenschäden führen.
Um sich vor diesen sichtbaren und unsichtbaren Strahlungsarten zu schützen, ist es für einen Schweißer unerlässlich, eine Schweißhaube mit einer Schutzbrille zu tragen, die zum einen die sichtbare Helligkeit reduziert und zum anderen ultraviolette und infrarote Strahlung filtert.
Das Filterglas muss entsprechend der Schweißintensität ausgewählt werden und somit der Norm ISO 4007 entsprechen. Bei Intensitäten zwischen 10 A und 300 A liegt der Index des Filterglases zwischen 8 und 13. Je höher der Index, desto dunkler ist das Glas.
Beim WIG-Schweißen muss man auch auf die Art der zu schweißenden Werkstoffe achten. Ist die Oberfläche beispielsweise hochglanzpoliert, kann der Lichtbogen von der Oberfläche reflektiert werden, was genauso gefährlich ist, als würde man direkt in den Lichtbogen blicken.
Nicht zuletzt arbeitet ein Schweißer in der Regel in einer Werkstatt, in der um ihn herum verschiedene andere Tätigkeiten stattfinden. Um die im selben Raum arbeitenden Personen nicht zu stören und nicht zu gefährden, wird empfohlen, den Schweißbereich mit strahlungsfilternden Vorhängen „abzuschirmen“.
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Schützen Sie Ihre Haut beim WIG-Schweißen vor den Auswirkungen der Strahlung
Direkte ultraviolette (UV) Strahlung hat dieselben Auswirkungen auf Sie wie der Aufenthalt in der Sonne, doch ihre Auswirkungen auf Ihre Haut treten viel schneller und bereits nach einer kürzeren Einwirkzeit auf.
Schon eine sehr kurze Einwirkzeit kann zu Rötungen führen, die sich bei zunehmender Schweißintensität und Einwirkzeit noch verschlimmern.
Um dieses Problem beim Schweißen zu vermeiden, besteht die einzige Lösung darin, den gesamten Körper mit einem Schutzanzug zu bedecken. Dazu gehören eine Schweißhaube und Handschuhe, die Sie vor Strahlung, aber auch vor der im Bereich des Lichtbogens entstehenden Hitze schützen.
Elektrische Gefahren beim WIG-Schweißen
Die Verwendung eines elektrischen Schweißgeräts birgt elektrische Gefahren, wenn grundlegende Vorsichtsmaßnahmen nicht beachtet werden.
Zunächst einmal muss das Stromnetz, an das das Schweißgerät angeschlossen ist, ordnungsgemäß geerdet sein.Schweißgerätesind in der Regel in Metallgehäusen untergebracht; sollte sich daher ein Ableitstrom aufbauen, muss dieser unverzüglich in die Erde abgeleitet werden. Für den Fall, dass dies geschieht, muss der Schweißer außerdem isolierende Sicherheitsschuhe tragen.
Als Nächstes muss überprüft werden, ob sich die Schweißausrüstung in einem einwandfreien Zustand befindet und ob die Stromkabel keine Beschädigungen aufweisen.
Es ist zu beachten, dass das Lichtbogenschweißen heutzutage mittels Hochfrequenzzündung erfolgt. Dabei wird mit sehr hoher Frequenz ein starker Strom zwischen der Elektrode und dem Werkstück hin- und hergeleitet, um einen berührungslosen Lichtbogen zu erzeugen. Dadurch werden Wolframeinschlüsse im Schweißbad vermieden, allerdings kann dies zu Störungen bei elektrischen Geräten in der Nähe führen, wie beispielsweise bei Herzschrittmachern. Aus diesem Grund ist das Hochfrequenz-Zündschweißen im medizinischen Bereich verboten.
Gasbedingte Risiken beim Schweißen im WIG-Verfahren
Beim WIG-Schweißen ist die Verwendung eines Gases unerlässlich, um nicht nur die Zündung des Lichtbogens zu erleichtern, sondern auch das Schweißbad zu schützen.Das beim WIG-Schweißen am häufigsten verwendete Gasist das Inertgas Argon.
Argon verfügt über Eigenschaften, die es für das Schweißen besonders attraktiv machen, birgt jedoch in bestimmten Situationen auch große Gefahren, beispielsweise wenn der Schweißerin einem beengten Raum, wie etwa einem Tank,schweißen muss.
Argon ist ein geruchloses und farbloses Gas, das schwerer ist als Luft. Ein Schweißer, der in einem Behälter arbeitet, kann das Argon nicht sehen, das den Raum nach und nach ausfüllt und den Sauerstoff verdrängt. Wenn der Sauerstoffgehalt zu stark absinkt, leidet der Schweißer unter Koordinationsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und schließlich unter Sauerstoffmangel.
Generell gilt: Wenn sich eine solche Schweißkonfiguration nicht vermeiden lässt, müssen strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Der Schweißer muss ein Messgerät bei sich tragen, das ihn warnt, wenn der Sauerstoffgehalt in der Luft zu niedrig ist; er muss über eine Frischluftzufuhr verfügen und außerdem einen Sicherheitsgurt tragen, der mit einer Winde verbunden ist, die von einer zweiten Person bedient wird. Diese Person muss den Schweißer im Blick haben und mit ihm in Kontakt stehen, um ihn im Bedarfsfall hochzuziehen.
Die Bedeutung einer guten Absaugung von Rauch und Staub beim WIG-Schweißen
Was Rauchgase und Staub angeht, ist das WIG-Schweißverfahren besonders interessant, da es bei weitem am wenigsten Rauchgase und Staub erzeugt. Die entstehenden Rauchgase sind jedoch nicht weniger gefährlich.
Die Dämpfe entstehen bei der Zersetzung von Argon im Lichtbogen, wobei Ozon (O₃) und Stickstoffdioxid (NO₂ bzw. NOx) gebildet werden, wenn Stickstoff beteiligt ist.
Was den Staub betrifft, so entsteht dieser in der Regel durch die Verflüchtigung der Elemente, aus denen das Grundmetall und/oder das Zusatzmetall bestehen, in Form feiner Partikel.
Um Dämpfe und Staub abzuführen, ist es wichtig, in der Werkstatt eine allgemeine Belüftungsanlage zu installieren, die mit einer lokalen Absaugung mit Abzugshaube und Schwenkarm verbunden ist.
Diese einfachen, aber dennoch entscheidenden Ratschläge für sicheres WIG-Schweißen sollten alle Schweißer kennen.
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