Das Ausrichten von Rohren vor dem Schweißen kann aus verschiedenen Gründen interessant sein, insbesondere bei automatisierten oder Orbital-Schweißanwendungen. Dies betrifft ausschließlich dünne Rohre mit einer Wandstärke von höchstens 3 mm, die in der Regel durch einfaches Schmelzschweißen verbunden werden müssen.
Unter „einfacher Verschweißung“ versteht man das Stumpfschweißen zweier Werkstücke ohne Naht, ohne Spalt und ohne Zusatzdraht. Das ist der wichtigste Punkt: Die Oberflächenbeschaffenheit der Werkstücke hat direkten Einfluss auf die Qualität der Verbindung.
Hier erfahren Sie drei Gründe, warum Werkstücke vor dem Schweißen rechtwinklig ausgerichtet werden müssen:
#1 Bessere Oberflächenqualität
Das Abkanten von Rohren erfolgt in der Regel mit einer sehr scharfen HSS-Klinge: Das Kantenbrechwerkzeug erzeugt nur einen einzigen Span (Formspan), wodurch eine sehr präzise Oberflächenqualität (RA) erzielt wird.
In bestimmten Branchen sind hochwertige Oberflächenbearbeitungen wie das Anfasen erforderlich. Dies gilt beispielsweise für die Halbleiterfertigung sowie für die pharmazeutische und biopharmazeutische Industrie.Bei diesen Anwendungen ist das Anfasen notwendig, selbst wenn das Rohr mit einer Orbital-Schneidemaschine perfekt gerade und rechtwinklig geschnitten wurde.
Der Einsatz von Orbital-Schneidemaschinen gewährleistet zwar Schnitte von höchster Qualität, jedoch entstehen durch die Verwendung der Klinge winzige Kratzer. Dies ist für Anwendungen im High-End-Bereich nicht akzeptabel, auch wenn diese Kratzer mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Parameter wie die Drehzahl in Kombination mit der Vorschubgeschwindigkeit haben einen gewissen Einfluss auf das Endergebnis. Diese Oberflächenqualität ist für die meisten Anwendungen, wie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie, weitgehend ausreichend.
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