Die verschiedenen Verfahren zum Schweißen von Rohren

Heutzutage gibt es viele verschiedene Verfahren zum Schweißen von Rohren. Seit Beginn des20.Jahrhunderts haben zahlreiche Erfinder und Ingenieure nach neuen Methoden und Technologien für das Schweißen gesucht, um den sich ständig ändernden Anforderungen des Marktes und der Kunden sowie der wachsenden Vielfalt an Werkstoffen gerecht zu werden.

Im Folgenden haben wir die verschiedenen Technologien zum Schweißen von Rohren aufgelistet, die es heute gibt, und dabei ihre Vorteile näher beleuchtet:

Schweißen mit einer Elektrode

Dieses Verfahren zum Schweißen von Rohren gibt es bereits seit Beginn des letzten Jahrhunderts und ist aufgrund seiner einfachen Handhabung und der geringen Kosten zweifellos die gängigste Schweißtechnik. Ein Schweißdraht dient als Elektrode, und es muss nur ein einziger Parameter berücksichtigt werden: der Schweißstrom. Beim Schweißen mit einer Elektrode ist kein Schutzgas erforderlich, da die metallische Beschichtung des Schweißdrahts beim Erhitzen Rauch erzeugt, der eine Schutzgasatmosphäre um die Schweißnaht herum bildet. Die Wahl des Schweißdrahts und seiner Beschichtung hängt von den zu schweißenden Werkstoffen ab.

Halbautomatisches Schweißen (MIG/MAG)

Dieses Schweißverfahren wurde vor allem während der beiden Weltkriege erfunden und weiterentwickelt, da die Produktion von Panzern und anderer militärischer Ausrüstung ein hohes Maß an Effizienz erforderte.

Der Unterschied zwischen „MIG“ und „MAG“ liegt in dem Gas, das vom Schweißgerät verwendet wird:

MIG = Metall-Inertgas-
MAG = Metall-Aktivgas

Beim MIG-Schweißen werden ein Schweißbrenner und ein Schutzgas verwendet, um die Schweißnaht zu schützen. Im Gegensatz zum WIG-Schweißen wird keine Elektrode verwendet. Der Strom wird über den Schweißdraht geleitet. Dieser Schweißdraht mit sehr kleinem Durchmesser erzeugt den Lichtbogen, der das Metall sehr schnell erhitzt. Mit anderen Worten: Der Schweißdraht fungiert als Elektrode.

Unterpulverschweißen (SAW)

Das Unterpulverschweißen ist kein sehr verbreitetes Schweißverfahren und kommt nur in automatisierter oder halbautomatisierter Form vor. Die Schweißverbindung entsteht mithilfe eines Lichtbogens, der in pulverförmiges Flussmittel eingetaucht ist. Anschließend wird ein Draht von einer Spule abgewickelt. Es wird kein Gas verwendet, da der Schutz – genau wie beim einfachen Stabelektrodenschweißen – durch das Flussmittel gewährleistet wird, mit dem Unterschied, dass die Ummantelung bei diesem Verfahren in Form eines Pulvers vorliegt. Am Boden der Pulverbeschichtung entsteht der Lichtbogen im Inneren. Die Pulverbeschichtung schmilzt dann in das Metall ein. Anstelle eines Drahtes können auch Bänder als Zusatzwerkstoff verwendet werden.

Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG)

Das WIG-Schweißen(Wolfram-Inertgas) wurde etwa Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelt. Bei diesem Verfahren ist die Elektrode nicht gleichzeitig das Schweißzusatzmaterial, was bedeutet, dass die Zufuhr von Schweißzusatzmaterial – falls erforderlich – unabhängig gesteuert werden kann. Das WIG-Schweißen ist das einzige Schweißverfahren, bei dem die Elektrode den Lichtbogen mit dem Werkstück bildet, um das Metall zu schmelzen.

DasSchweißgeräterzeugt einen Hochfrequenzstrom, der erforderlich ist, um einen Lichtbogen zu erzeugen, der das Werkstück nicht berührt. Dieses Verfahren, das häufig beim Schweißen von Rohren zum Einsatz kommt, ist besonders beliebt, da es eine perfekte Kontrolle der Schweißnaht ermöglicht. Das WIG-Schweißen ist als manuelle, halbautomatische oder vollautomatische Variante erhältlich.

Schweißen mit hoher Energiedichte (HED)

Diese Schweißverfahren sind nicht sehr verbreitet, da die erforderliche Ausrüstung extrem teuer ist (mehrere Millionen Euro). Derzeit gibt es drei Schweißtechnologien mit hoher Energiedichte: Plasmaschweißen, Elektronenstrahlschweißen und Laserschweißen. Diese Verfahren bieten mehr oder weniger dieselben Vorteile: Es handelt sich um sehr schnelle Verfahren, mit denen sich auch sehr große Materialstärken verschweißen lassen. Die Energie des Gases wird genutzt, um den Lichtbogen zu verdichten, was beim Plasmaschweißen die Schweißleistung erhöht. Bei Bedarf ist der Einsatz von Schweißzusatzdraht möglich. Das Laserschweißen ist in Bereichen wie der Medizintechnik und der Elektronik weit verbreitet. Das Elektronenstrahlschweißen erfordert eine Vakuumkammer, deren Einrichtung recht zeitaufwendig ist.

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