Geometrie der Elektrode beim Orbital-WIG-Schweißen

#1 Überstand der Elektrode:


Ist der Elektrodenüberstand zu groß, wird der Effekt der Lichtbogenkonzentration aufgehoben, und der Schutz der Elektrode sowie des Schweißbads verliert seine Wirkung. Ist der Überstand hingegen zu gering, wird der Lichtbogen erstickt, und die Keramikdüse erhitzt sich.

Bitte beachten Sie:

Die theoretische Formel lautet – sofern die Rillentiefe dies zulässt –, dass der Überstand das 2- bis 3-fache des Elektrodendurchmessers betragen sollte.

#2 Einfluss des Schleifwinkels

Dies ist der wichtigste Parameter hinsichtlich der Lichtbogencharakteristik und der Nahtgeometrie. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Schweißverfahrens.

Dieser Winkel hat einen direkten Einfluss auf die Tiefe der Einbrandzone. Vereinfacht ausgedrückt: Ein Winkel von etwa 10 % würde den Lichtbogen erweitern (hohe Lichtbogenspannung) – kuppelförmiger Lichtbogen –, während ein Winkel von etwa 45° einen eher zylindrischen Lichtbogen ergibt (geringere Lichtbogenspannung). Der Schleifwinkel ist besonders wichtig, wenn mit mehr als 50 Ampere geschweißt wird.

Erfahren Sie mehr über zwei wichtige Kriterien bei der Auswahl einer Elektrode

#3 Flache Spitze der Elektrode

Die flache Spitze am oberen Ende der Elektrode ist wichtig, da sie den je nach Dichte gewählten Strom bestimmt. Eine angespitzte Elektrode sorgt zwar für einen besseren Lichtbogen, nutzt sich jedoch schnell ab und verursacht Einschlüsse in der Schweißfuge. Eine große, flache Spitze verlängert die Lebensdauer der Elektrode, doch ist sie zu groß, kann der Lichtbogen instabil und nicht sehr gut lenkbar sein. Daher ist eine angepasste, flache Spitze der Elektrode wichtig, um einen stabilen Lichtbogen, eine gute Elektronenübertragung und eine lange Lebensdauer der Elektrode ohne das Risiko von Wolframeinschlüssen zu gewährleisten.

Wandstärke des Rohrs in mm Hochstrom in Ampere Abstand in mm (Rohr-Elektrode) Flaches Teil
< 0,5 < 20 0,5 bis 0,7 0,10
0,5 bis 1 20 bis 40 0,8 bis 1,2 0,25
1,1 bis 2 40 bis 80 1,2 bis 1,5 0;50
2 bis 3 80 bis 120 1,5 bis 2 0,75
> 3 > 120 > 2 1

Wichtig:

Bei Rohren mit einem Durchmesser von mehr als 50 mm ist die Konzentrizität der Rohre weniger deutlich erkennbar. Aus diesem Grund müssen die oben genannten Werte erhöht werden, um einen Kontakt zwischen dem Rohr und der Elektrode zu vermeiden. Wenn Sie Schweißdraht verwenden, müssen Sie je nach Durchmesser und Vorschubgeschwindigkeit des Drahtvorschubgeräts 0,5 bis 1,5 mm zu den oben genannten Werten hinzurechnen.

#4 Abstand zwischen Rohr und Elektrode

Dieser Abstand ist ebenfalls wichtig, da er durch eine Erhöhung der Lichtbogenspannung einen direkten Einfluss auf die Breite der Schweißnaht und vor allem auf das Verhältnis zwischen dem inneren und dem äußeren Teil der Schweißnaht hat.

Bitte beachten Sie die obige Tabelle.

#5 Schleifrichtung der Elektrode.

Um die Stabilität des Lichtbogens zu optimieren, muss das Anspitzen stets in Längsrichtung erfolgen. Die Elektrodenoberfläche muss poliert werden, um die Lebensdauer zu verlängern. Ein senkrecht zur Achse erfolgendes Anspitzen ist nicht zulässig, da dies zu einem instabilen und unregelmäßigen Lichtbogen und somit zu unvorhersehbaren Schweißergebnissen führt.

 

#6 Lebensdauer der Elektrode

Auch wenn man davon ausgeht, dass eine Wolframelektrode während ihrer gesamten Lebensdauer unschmelzbar ist, halten sie nicht ewig, und ihre Lebensdauer hängt von den Einsatzbedingungen ab. Um eine optimale Lebensdauer zu erzielen, müssen Sie Folgendes beachten:

  • Wahl des Wolframtyps je nach Art des beim Schweißen verwendeten Stroms und je nach den zu schweißenden Werkstoffen
  • Durchmesser- und Flachschliff je nach verwendeter Schweißstromstärke.
  • Stellen Sie sicher, dass die Vor- und Nachgaszeiten sowie der Gasdurchfluss und deren Reinheitsindex eingehalten werden.
  • Reinheitsgrad der Werkstücke (frei von Öl, Schmiermitteln, Oxidablagerungen, Lackierungen usw.)
  • Die Elektrode muss ausgetauscht werden, wenn die Oberseite oxidiert, verformt, gebrochen oder verbogen ist.

Die ersten Anzeichen für eine abgenutzte Elektrode sind: Schwierigkeiten beim Zünden des Lichtbogens, mangelnde Lichtbogenstabilität, eine schwankende Lichtbogensäule, die Entstehung eines Störlichtbogens …

Beim WIG-Orbitalschweißen kommen verschiedene Arten von Elektroden zum Einsatz. Lesen Sie diesen Artikel, um mehr darüber zu erfahren!

 

Was man NIEMALS tun sollte:

Schneiden Sie eine Elektrode niemals mit einer Schneidezange auf die gewünschte Länge zu! Schärfen Sie eine Elektrode stets parallel zu den Achsen.

Wenn Siemehr über die Elektroden für das Orbital-WIG-Schweißen erfahrenmöchten, lesen Sie doch dieses Handbuch!

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